BILANZ.CH – DER MANHATTAN EFFEKT

Der «Manhattan-Effekt»

New York steht niemals still – das gilt insbesondere für das Geschäftsleben. Was wir von den New Yorker Business-Frauen lernen können.

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Dass die Uhren in New York anders ticken als in Europa, ist nichts Neues. Dies liegt nicht nur an der Zeitzone, sondern vor allem an der Dynamik der Stadt. Doch wieso ist New York so anders, so besonders? Nun, das kann ich Ihnen verraten.

Die Stadt hat über acht Millionen Einwohner – so viele, wie die ganze Schweiz – und zählt zu bedeutendsten Wirtschaftsräumen der Welt. Alle wichtigen Industrien und Unternehmen sind hier stationiert und ziehen entsprechend die besten und talentiertesten Bewerber und Entscheidungsträger an. Hier sitzt das Geld, und wo Geld ist, ist die Entertainment-Welt nicht weit. Täglich erfindet sich die Stadt neu, sie ist immer in Bewegung, nie steht sie still. Die Nachfrage ist in allen Bereichen grösser als das Angebot.

«If you can make it there, you can make it anywhere»
Im Business sind Qualität, Schnelligkeit und Intelligenz gefragt, gepaart mit Durchsetzungsvermögen und einer gewissen Sozialkompetenz. Nur wenn man all diese Attribute vereint, überlebt man im Dschungel der New Yorker Konkurrenz.

Das mag nun alles sehr anspruchsvoll klingen, ist es auch – aber zugleich unheimlich inspirierend. Nicht umsonst sagt man «If you can make it there, you can make it anywhere». Die Plattform an Möglichkeiten und Chancen ist riesig. Entscheidungen werden schnell getroffen, ein Schritt folgt dem nächsten und ehe man sich versieht, ist man in seiner Traumposition angekommen. Dann heisst es aber auch: Performen, sich stets weiterentwickeln und den Thron verteidigen. Denn jeder ist austauschbar, das weiss niemand besser als die New Yorker, und mit der Zeit gewöhnt man sich auch daran.

Die letzten Monate habe ich geschäftlich unter anderem in New York verbracht und bin noch immer fast täglich im Kontakt mit Business-Frauen, die in New York leben und arbeiten. Es ist faszinierend, sie zu beobachten und von ihnen zu lernen. Sie sind taff und hübsch, dabei haben viele von ihnen bereits Kinder und händeln Job, Familie sowie Hobbies mit einer Nonchalance, vor der man nur den Hut ziehen kann.

Vorbereitung und Fokus
Während man in Europa nach fünf Meetings oftmals noch immer auf derselben Stelle tritt, werden die Entscheidungen in New York schnell getroffen. Eine zweite Chance gibt es zwar, aber selten. Der erste Eindruck muss stimmen und die Konzentration zu 100 Prozent da sein. Kaffee trinken und Smalltalken kann man beim Networking Event nach der Arbeit. In Meetings zählt nur das Business und ein möglichst profitabler Abschluss.

Der «Elevator Pitch»
Kaum wegzudenken aus New York ist der «Elevator Pitch». Eine kurze, prägnante und auf den Punkt gebrachte Präsentation, um sein Gegenüber in einer Fahrstuhlsituation – sprich binnen kürzester Zeit – von seinem Anliegen zu überzeugen. Für die Damen aus New York ist das eine Übung aus dem FF.

Äussere Erscheinung
Perfekt sitzende Haare, manikürte Fingernägel und ein faltenfreies Business-Dress sind ein Muss für die New Yorker Frauen und gehört fast schon zur guten Etikette. Einmal die Haare schön aufgeföhnt, halten die Frisuren beim perfekten «Blow Out» 3 bis 5 Tage, manikürte Fingernägel bis zu einer Woche. Frau muss am Morgen vor der Arbeit also keine Zeit mit Haare stylen oder Nägel lackieren verbringen.

Wo es Walk-In Friseure, Nail Salons und Dry Cleaners für wenig Geld an jeder Strassenecke gibt, sieht das in der Schweiz schon ganz anders aus. Hier lohnt es sich ein Abo mit dem Hausfriseur abzuschliessen, da kann man einiges an Kosten sparen.

Positive Energie
New Yorker Frauen zeichnet überdies ihre positive Energie aus. Die brauchen sie auch, denn New York ist ein hartes Pflaster. So können die Stadt und ihre Einwohner auch sehr rau und mitunter gefährlich sein. Der ständige Lärm, unfreundliche Taxifahrer und düstere Seitenstrassen prägen das Stadtbild. New Yorker Frauen sind dies gewohnt und verschwenden keine Energie mit negativen Gedanken daran. Sie blenden diese Situationen aus, denken sich «whatever» und gehen einfach weiter.

Office «on the go»
Die langen Wege von A nach B und dazu Manhattans Staus geben der New Yorker Business Frau keine andere Möglichkeit, als sich mit iPhone, Blackberry und Laptop «on the go» zu arrangieren. Steht man im Stau, so werden die Emails im Taxi bearbeitet oder der Einkaufszettel zur Haushälterin geschickt.

Logisches Denken
Was die New Yorker ebenfalls auszeichnet ist ihre «Street Smartness». Dies hat weniger mit intellektueller Bildung zu tun, eher mit Intuition. Funktioniert Option A nicht, geht man einfach zu Option B, ehe man sich den Kopf zerbricht, wieso Option A nicht funktioniert. Logisch – denn man hat wenig Zeit. Und Zeit ist Geld.